"Man liebt, wie man isst" - Johanna Maier im Talk über Essen und Liebe

25.01.2016

Nach einem guten Essen soll man sich noch lieben können. Mit dieser Devise hat sich Johanna Maier in die Herzen Ihrer Gäste und in den kulinarischen Olymp gekocht. Warum gutes Essen und die Liebe zusammengehören, verrät Sie im Interview mit SPAR Mahlzeit!.

WIE GUT MUSS MAN KOCHEN KÖNNEN, UM DIE LIEBE ZU WECKEN?

Johanna Maier: ,Koche mit Liebe, sodass du die Liebe im Essen hast‘, hat meine Großmutter immer zu mir gesagt. Ich glaube daran, dass sich das Gefühl und die Wertschätzung, mit der man Zutaten auswählt und das Essen zubereitet, auch auf die Speise übertragen. Wer wütend oder genervt kocht, kocht selten gut. Wenn man aber seine Familie liebevoll mit gutem Essen versorgt, dann schmeckt man das einfach. Es muss nicht immer ein aufwändiges Menü sein. Auch die Alltagsküche kann für eine Beziehung viel bringen. Wichtig ist, neben der Qualität der Lebensmittel, das gemeinsame Genießen an einem schön gedeckten Tisch.

IST ESSEN GEHEN NICHT ROMANTISCHER ALS SELBER KOCHEN?

Johanna Maier: Es braucht beides. Ein Abend auswärts ermöglicht Gespräche, die man sonst nicht so entspannt führen kann, weil man zu Hause abgelenkt ist. Man legt im Restaurant für eine Zeit den Alltag ab. Zudem will die Liebe auch immer wieder gefeiert und überrascht werden, mit anderen Speisen, mit neuen sinnlichen Erfahrungen. Schon das Studieren der Speisekarte bietet unterhaltsamen Gesprächssto­ff. Selten bestellen beide dasselbe. Die unterschiedlichen Gerichte sorgen für Zuwendung: Man reicht sich Kostproben, man teilt den Genuss, und das ist schon fast wie ein Kuss – der zu späterer Stunde ho­ffentlich auch folgen wird. 

WAS MUSS MAN BEI EINEM LIEBESMENÜ ZU HAUSE BEACHTEN?

Johanna Maier: Das Ziel eines verführerischen Abends ist das Happy End. Ein französisches Sprichwort sagt: ,Man liebt, wie man isst.‘ Am besten nicht zu große Portionen servieren und fürs leidenschaftliche Finale in jedem Fall ein Dessert anbieten. Nicht experimentieren, sondern kochen, was man gut kann. Ideal ist es, wenn man so viel wie möglich vorbereitet, um die Zeit der Liebe und nicht der Küche zu schenken, denn Aufmerksamkeit ist das stärkste Aphrodisiakum! Beim ersten Rendezvous ist es sinnvoll, den Partner nach seinen Vorlieben zu fragen und auch, was er ganz und gar nicht mag. So wichtig wie das Essen sind auch die Getränke. Ein Cocktail macht Stimmung, damit kann man auch gut Wartezeiten überbrücken. Auf die Musik nicht vergessen und – ganz wichtig – ist auch das Frühstück. Denn ein guter Start in den Tag ist der schönste Ausklang einer liebevollen Nacht. 

JEMANDEN BEKOCHEN ODER GEMEINSAM KOCHEN – WAS IST BESSER?

Johanna Maier: Gemeinsam zu kochen ist wundervoll, wenn man die Abläufe vorher abspricht und falls genug Platz in der Küche ist. Sonst kann es leicht zum Streitthema werden. Schnell wird diskutiert, wer besser würzt oder wie lange das Steak in der Pfanne zu sein hat. Man muss zulassen, dass einer der Chef und der andere der Helfer in der Küche ist. Oder man teilt sich die Gänge, einer kocht die Vor- und Nachspeise, der andere die Hauptspeise

IST GUTES ESSEN EIN GARANT FÜR LEBENSLANGE LIEBE?

Johanna Maier: Häufiges gemeinsames Essen stärkt die Paarbeziehung, davon bin ich überzeugt. Dennoch braucht es für eine gute, langfristige Partnerschaft mehr als nur Kochkünste. Aber es gibt durchaus eine Liebe, die wir durch gesunde Ernährung lebendig halten können: die Eigenliebe. Denn die längste Beziehung die wir jemals haben werden, ist die Beziehung zu unserem Körper.

DANKE FÜR DAS GESPRÄCH.