Sorten-Raritäten statt Einheitsgemüse

22.01.2015

Die Industrialisierung der Landwirtschaft , Saatgutmonopole, Gentechnik und der Klimawandel bedrohen die Obst- und Gemüsevielfalt. Mit dem Anbau von SPAR wie früher Bio- Saaten-Raritäten kann jeder Einzelne etwas dagegen tun.


Stellen Sie sich vor, es gäbe jeden Tag genau das Gleiche zu essen wie am Vortag. Was meinen Sie, würde Ihnen die fehlende Abwechslung auf dem Teller abgehen? Die verschiedenen Geschmäcker, Aromen, Konsistenzen, Gerüche und gesunden Inhaltsstoff e? Selbstverständlich. Dennoch sind in den letzten 100 Jahren rund drei Viertel der weltweit kultivierten Obst- und Gemüsepflanzen verloren gegangen. Dieser Verlust der Vielfalt ist nur zu einem geringen Teil auf natürliche Umstände zurückzuführen. Den größeren Anteil am Verschwinden der Bio-Diversität haben die Menschen verursacht – etwa durch politische Entscheidungen, die Saatgutmonopole und komplizierte Zulassungsverfahren für Saatgut-Raritäten zur Folge hatten. Das bedeutet aber auch: Wir haben es selbst in der Hand, die Vielfalt wieder aufleben zu lassen.

ABSAGE FÜR DIE EU-SAATGUT-VERORDNUNG E
in großer Schritt in diese richtige Richtung ist im Vorjahr gelungen: Gemeinsam mit ARCHE NOAH, GLOBAL 2000, SPAR und weiteren Unterstützern haben sich mehr als 500.000 Menschen gegen die geplante EU-Saatgut-Verordnung, die das Aus für viele alte Sorten und damit auch für viele daraus hergestellten Produkte bedeutet hätt e, starkgemacht. Mit Erfolg. ARCHE NOAH-Geschäftsführerin Beate Koller: „Nicht zuletzt aufgrund der massiven Beteiligung lehnte das EU-Parlament den Entwurf mit einer überwältigenden Mehrheit ab.“

Doch Koller zeigt sich weiterhin kämpferisch: „Wir dürfen uns jetzt nicht auf den Erfolgen ausruhen. Denn die EU-Kommission kann das Thema jederzeit wieder auf die Agenda setzen.“

COMEBACK DER VIELFALT Deshalb wird SPAR nicht müde, den Erhalt der Bio-Diversität aktiv zu unterstützen. Kooperationen mit Bio-Landwirt Erich Stekovics sowie den Meisterbrennern Hans Reisetbauer und Alois Gölles zeugen ebenso davon wie das SPAR wie früher Bio-Saatgut, das in Zusammenarbeit mit dem Verein ARCHE NOAH entwickelt wurde. Koller: „Durch die Kooperation mit SPAR konnten die Bauern diese 30 traditionellen Bio-Sorten – angefangen von der Bio-Stoppelrübe aus der Wildschönau über den Bio-Salat Grüner aus Maria Lankowitz bis hin zum Bio-Basilikum Albahaca – in größerem Maßstab anbauen und damit den Fortbestand sichern.“

ZURÜCK ZU DEN WURZELN

Einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Obst- und Gemüsevielfalt können auch die Konsumenten beitragen. Denn, so Koller: „So paradox es auch klingen mag: Gegessen zu werden ist eine der ganz wenigen Überlebenschancen für Nutzpflanzen, die vom Aussterben bedroht sind. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen klare Zeichen setzen, was sie auf ihren Tellern sehen wollen.“ Bewusstes Nachfragen nach alten österreichischen Bio- Saaten-Raritäten hilft ebenso mit, die Bio-Diversität zu erhalten, wie der Anbau selbst. Säen, geduldig warten, die Pflanze hegen und pflegen und vielleicht die Samen der ertragreichen Ernte das nächste Jahr wieder aussäen? Koller: „Beim SPAR wie früher Bio-Saatgut von ARCHE NOAH handelt es sich um samenfeste Sorten, die im Gegensatz zu Hybridsamen keine ‚Einmalsamen‘ sind und eine kontinuierliche Entwicklung der Pflanze ermöglichen. Damit sind sie die Grundlage für die lebendige Entwicklung der Pflanzenvielfalt.“