5 Fragen an die Kärntner Kasnudeln

23.01.2014

1) Woher kommt dein Name?

Ich bekam meinen Namen in einer Zeit, in der viele Bauern hauptsächlich von der Milch- und Käsewirtschaft lebten. Deshalb ist in zahlreichen Stift ungsbriefen aus dem Mitt elalter bereits von Käskrapfen als Festgericht die Rede. Als „Kärntner Nudel“ wurde ich erstmals 1753 in einem Dokument zur Spitt aler Herrschaft des Adelsgeschlechts Porcia bezeichnet. Damit dürft e auch feststehen, dass ich in Spitt al bzw. in Oberkärnten geboren wurde.

2) Wie wurdest du in den bäuerlichen Speiseplan integriert?

Ich wurde in einer Nudel- oder Krapfenschüssel serviert, die aus einem einzigen Stück Holz gedrechselt wurde. In der Mitt e war der „Schmalztumpf“, eine Art Napf, der mit Fett gefüllt war und in den man mich getunkt hat. In der Regel kam ich immer freitags auf den Tisch, weil in der katholischen Tradition an diesem Tag kein Fleisch gegessen wurde.

3) Was macht dich zu einem Wahrzeichen der Kärntner Küche?

Richtig zubereitet habe ich ein typisches Merkmal: den kunstvoll gekrendelten oder geradelten Rand. „Krendeln“ ist die Fertigkeit, meine Teigränder in Handarbeit so zu verschließen, dass ein ornamentartiger Rillenabschluss entsteht, der beim Kochen dicht hält. Gekrendelt werde ich allerdings nur in Oberkärnten, in Unterkärnten werde ich mit einem Teigrad ausgeradelt.

4) Hast du Geschwister?

Unzählige! Sie sind nuss- bis faustgroß, ihre Füllungen sind herzhaft bis süß. Fleischnudeln sind ebenso Teil meiner Familie wie Erdäpfel-, Herrnpilz-, süße Apfeloder Kletzennudeln. Meine Tiroler Verwandten heißen Schlutzkrapfen, meine kleineren Geschwis ter in Mittel- und Unterkärnten werden Schlickkrapfen gerufen. Sie sind mit Fleisch gefüllt und werden als Suppeneinlage verwendet. Verwandt bin ich auch mit den italienischen Ravioli, den russischen Piroggen, den französischen Ravioles, den schwäbischen Maultaschen, den polnischen Pierogi ruskie, den Piroschki aus Galizien und den Wareniki aus der Ukraine.

5) Wie kann man ein Restlessen aus dir machen?

Aus den übrig gebliebenen Resten vom Vortag kann man „angebrantschelte Kasnudeln“ machen: Die Reste in Streifen schneiden und in Butt erschmalz und Milch anbraten. Nach alter Tradition kann dazu ein „Häfalan Kaffee“ getrunken werden. Fix und fertig gibt es jetzt auch die SPAR Original Kärntner Käsnudeln, die mit köstlichem Krümeltopfen, Kartoff eln, Minze und Kerbelkraut gefüllt sind.