Zimt

Andere Namen:
Echter Zimt: Ceylon-Zimt, Kaneel, Stangenzimt
Kassie: Cassiazimt, Zimtkassie, China-Zimt, Chinesischer Zimt, Gewürzrinde

Geschichte:
Ceylon-Zimt stammt ursprünglich aus Sri Lanka und ist dort seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Kassie wurde bereits in einem chinesischen Kräuterbuch von 2.700 v. Chr. erwähnt und ist damit eines der ältesten Gewürze. Zimt war eines der ersten Gewürze, das von den Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts zurück nach Europa mitgebracht wurden. Ähnlich wie bei Gewürznelken und Muskatnuss gab es lange Zeit ein Handelsmonopol auf Zimt, das zuerst die Portugiesen, danach die Holländer und später die Engländer innehatten. Echter oder Ceylon-Zimt stammt aus Sri Lanka – die Insel wurde früher Ceylon genannt. Kassie oder China-Zimt stammt aus dem Südosten Chinas. Diese und andere Zimtarten (z. B. indonesischer Zimt, der ähnlich hochwertig wie der Ceylon-Zimt ist) werden heute im gesamten tropischen Asien und der Karibik angebaut.

Botanik:
Zimt gehört zu den Lorbeergewächsen und ist daher auch mit Lorbeer verwandt. Als Gewürz wird die ganze oder gemahlene, getrocknete Rinde junger Zweige verwendet. Zimtrinde stammt fast immer aus Kulturen, die in der Nähe von Gewässern angelegt wurden, weil die immergrünen Pflanzen viel Grundwasser brauchen. Bei der Ernte werden die strauchartigen Bäume bis zum Stumpf zurückgeschnitten, woraus sich später neue Sprosse entwickeln. Die Schösslinge wachsen pro Jahr ca. einen Meter, nach 2-3 Jahren werden sie abgeschnitten, von den Blättern und Seitenzweigen befreit und ihre Rinde mit Messern abgelöst. Das geht nur in aufwändiger Handarbeit. Von diesen Rindenstücken wird anschließend die Außenschicht abgeschält. Mehrere dieser abgeschabten Rindenstücke werden ineinander gesteckt und zum Trocknen aufgehängt. Beim Trocknen rollen sich die Innenrinden zu den bekannten Röllchen (Quills) auf. Sowohl von Ceylon-Zimt (Zimtblüte) als auch von Kassie (Kassiaknospe) werden auch die unreifen, getrockneten Früchte in den Anbauländern als Gewürz verwendet.

Geschmack:
Ceylon-Zimt ist stark aromatisch, warm-würzig, süß und brennend. Kassie schmeckt ähnlich, aber flacher, herber und schärfer, ihre Rinde ist dicker, gröber und grauer als die von hellbraunem Ceylon-Zimt, dessen Schichten sehr dünn sind und der das wesentlich feinere Aroma hat. Beide Zimtarten enthalten ca. vier Prozent ätherisches Öl, jedoch in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Zimt in der Küche:

  • für Süßspeisen aller Art
  • für Gebäck, Kekse und Kuchen, z. B. Zimtschnecken
  • für Milchreis, Grießbrei und Pudding
  • für Bratäpfel, Kompotte, Fruchtmuse, Marmeladen und Chutneys
  • für Schokolade, Kaffee und Tee
  • für Glühwein, Punsch und Liköre
  • für Linsen-, Bohnen- und Reisgerichte, z. B. Pilaw
  • für sehr viele pikante asiatische (vor allem chinesische und indische), orientalische und arabische Gerichte mit Rind-, Lamm-, Schweine-, Geflügel- und Taubenfleisch, aber auch für Couscous, Tajines und Currys
  • für vietnamesische Suppen, z. B. Pho
  • als Bestandteil von Gewürzmischungen wie z. B. Currypulver, indischem Garam masala oder chinesischem Fünf-Gewürze-Pulver
  • zum Abrunden mancher westlicher Fleischgerichte, häufig mit Faschiertem, wie Eintöpfe, Sugo oder Fleischbällchen

Zimtstangen müssen zerbrochen oder in Flüssigkeiten gekocht werden, um ihr Aroma zu entfalten, gemahlener Zimt gibt sein Aroma sofort preis – aber nur, wenn er ausreichend frisch ist.