Thymian

Andere Namen:
Echter Thymian, Gartenthymian, Kuttelkraut, Quendel, Römischer Quendel

Geschichte:
Thymian stammt aus Südeuropa. Er war schon den Ägyptern bekannt. Von den Römern weiß man, dass sie Thymian in ihre Getreidevorräte streuten, um diese vor dem Verderb zu schützen. Plinius erwähnte Thymian ebenso als Heilpflanze wie später Hildegard von Bingen im Mittelalter. Thymian wird heute hauptsächlich in Süd- und Osteuropa, darüber hinaus in Nordafrika und den USA angebaut.

Botanik:
Thymian gehört zu den Lippenblütlern. Er ist mit Majoran, Oregano, Basilikum, Minze, Rosmarin und Salbei verwandt. Thymian wächst als 20-40 cm hoher, stark verästelter, mehrjähriger Halbstrauch mit winzigen Blättern, die an der Unterseite behaart sind. Er ist sehr ausdauernd und blüht über mehrere Monate rosa bis lila. Das blühende Kraut wird getrocknet als Gewürz verwendet. Es gibt Hunderte Thymian-Arten, die sich im Aroma zum Teil stark unterscheiden, am bekanntesten sind Zitronen- und Orangenthymian. Quendel wird zwar manchmal stellvertretend für Thymian verwendet, ist aber eigentlich eine eigene, alpine Art mit nicht so stark ausgeprägtem Aroma.

Geschmack:
Thymian schmeckt sehr würzig, leicht bitter und rauchig, er erinnert an Kampfer und Gewürznelken. Der Gehalt an ätherischem Öl hängt von Herkunft, Klima, Erntezeitpunkt und Art der Lagerung ab. Deutscher Thymian enthält z. B. ca. dreieinhalb Prozent ätherisches Öl, französischer fast das Doppelte. Die Hauptkomponenten sind Thymol und Carvacrol.

Thymian in der Küche:

  • für mediterrane Fleischgerichte, vor allem Lamm, Wild, Kaninchen und Geflügel, Eintöpfe, Pasteten, Terrinen und Würste
  • für Leber und Leberpastete
  • für kräftige Fischgerichte
  • für Pilze
  • für Kartoffelgerichte
  • zum Bestreuen von mediterranen Broten, oft gemeinsam mit Oregano
  • für Hülsenfrüchte und Gemüsegerichte, z. B. zu Tomaten, Melanzani, Paprika, Zucchini und Zwiebeln
  • zu Ziegen(frisch)käse
  • für Suppen und Saucen
  • zum Einlegen von Gurken, Oliven und zum Aromatisieren von Essig
  • als Bestandteil der Herbes de Provence und des Bouquet garni (Kräutersträußchen)
  • als Bestandteil der ägyptischen Gewürzmischung Dukka, die mit Olivenöl vermischt zum Dippen von Weißbrot verwendet werden kann, ähnlich wie Zahtar aus geröstetem Sesam, Sumach und Thymian
  • für lateinamerikanische Gerichte, vor allem mit Bohnen

Getrockneter Thymian würzt wesentlich intensiver als frischer.