Liebstöckel

Andere Namen:
Maggikraut, Luststock, Badekraut, Stecklaub, Suppenlob

Geschichte:
Liebstöckel kommt vermutlich aus dem Nahen Osten. Schon die Griechen verwendeten die Pflanze als Würz- und Heilmittel. Liebstöckel ist im altrömischen Kochbuch des Apicius in Rezepten für Fisch und Huhn zu finden. Im Mittelalter wurde der Anbau von Liebstöckel und vielen anderen Nutzpflanzen durch Karl den Großen vorgeschrieben. Daher ist die Pflanze in allen Kloster- und vielen Hausgärten zu finden. Der Name „Maggikraut“ entstand aufgrund des angeblich ähnlichen Geschmackes von Liebstöckel mit der der Maggi-Würze, die aber gar keinen Liebstöckel enthält und auch nie enthalten hat. Heute wird Liebstöckel in Mittel- und Osteuropa sowie Nordamerika kultiviert.

Botanik:
Liebstöckel gehört zur Familie der Doldenblütler, seine Verwandtschaft mit Sellerie ist unverkennbar. Die mehrjährige Staude wird bis zu zwei Meter hoch und blüht gelb. Die hohlen, gefurchten Stängel tragen große dunkelgrüne, oben einfach, unten zweifach gefiederte Blätter. Diese werden frisch und getrocknet als Gewürz verwendet.

Geschmack:
Liebstöckel schmeckt kräftig würzig, durchdringend, leicht scharf, ein wenig süßlich-hefig, dabei moschus- und sellerieartig. Er enthält trotz seines intensiven Geschmacks nur ein halbes Prozent ätherisches Öl.

Liebstöckel in der Küche:

  • für Suppen (vor allem für Rindssuppe, als Bestandteil des Suppengrüns) und Saucen
  • für geschmorte Fleischgerichte und kräftige Eintöpfe
  • für Leberpasteten
  • auch für Fisch und Huhn, bei sparsamer Dosierung
  • für Hülsenfrüchte
  • für Kartoffel- und Kohlrabigerichte, vor allem in Form von Gratins oder Aufläufen
  • für ligurische Salate und Suppen
  • die frischen Blätter vorsichtig dosiert zum Würzen von Salaten, Aufstrichen (z. B. Topfen) und Butter
  • zum Einlegen von Gemüse
  • gemeinsam mit Estragon zum Aromatisieren von Weinessig Liebstöckel behält auch als getrocknetes Kraut seine Würzkraft. Liebstöckel kann ohne Aromaverlust mitgegart werden.