Kreuzkümmel

Andere Namen:
Cumin/Kumin, Ägyptischer/Römischer/Türkischer Kümmel, Mutterkümmel, Weißer Kreuzkümmel

Geschichte:
Kreuzkümmel kommt aus Westasien, er hat eine sehr lange Geschichte. Die Ägypter kannten ihn schon vor 5.000 Jahren: In Pyramiden wurde er als Grabbeigabe gefunden. In der griechischen und römischen Küche war er ein wichtiges Gewürz. Auch im Mittelalter war er beliebt. Aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung „Römischer Kümmel“. Zur Zeit Karls des Großen wurde Kreuzkümmel nämlich als italienische Varietät des Kümmels betrachtet und in allen Klostergärten angepflanzt. Diese Anbauversuche scheiterten jedoch, weil Kreuzkümmel heißes Klima braucht und folglich weiterhin importiert werden musste. Heute stammt Kreuzkümmel hauptsächlich aus Indien, dem Iran, aus Indonesien, China und dem südlichen Mittelmeerraum.

Botanik:
Kreuzkümmel gehört wie seine Verwandten Kümmel, Anis, Dill und Fenchel zu den Doldenblütlern. Das einjährige Gewächs wird einen halben Meter hoch, seine Blätter sind fein zerteilt, die Blüten weiß oder rosa. Kreuzkümmel blüht im Mai, geerntet wird etwa vier Monate nach der Aussaat. Als Gewürz werden die getrockneten Früchte (Samen) verwendet. Kreuzkümmel sieht Kümmel sehr ähnlich, daher kommt auch sein Name. Das „Kreuz“ bezieht sich auf die kreuzförmige Blattstellung. Schwarzer Kreuzkümmel hat nichts mit Schwarzkümmel zu tun, sondern ist eine seltene Varietät des Kreuzkümmels aus Kaschmir, Pakistan oder dem Iran. Er wird auch Schwarzer Kümmel genannt und mit seinem süßen Aroma vor allem in der nordindischen und mongolischen Küche geschätzt.

Geschmack:
Kreuzkümmel schmeckt sehr stark aromatisch, scharf, bitter und durchdringend, aber auch leicht süß und erdig. Trotz seiner optischen Ähnlichkeit zu Kümmel schmeckt Kreuzkümmel völlig anders. Die Früchte enthalten bis zu vier Prozent ätherisches Öl.

Kreuzkümmel in der Küche:

  • in Gewürzmischungen wie Garam masala, Panch phoron und Currypulver
  • in sehr vielen indischen Gerichten, oft geröstet und mit Koriander kombiniert
  • in nordafrikanischen, arabischen und mexikanischen Gerichten
  • für Couscous, Tajines, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis, Kohl, Kraut, Kürbis und Melanzani
  • für Falafel und Hummus
  • für Brote und Backwaren
  • für scharf gewürzte Currys, Ragouts, Suppen und Salate
  • für Chili con Carne
  • für Fisch-, Geflügel-, Lamm und Schweinefleischgerichte
  • für Würste, aber auch für Käse
  • für Chutneys und Dipsaucen

Kreuzkümmel sparsam dosieren, er würzt sehr intensiv. Wenn Kreuzkümmel vor der Verwendung trocken geröstet wird, bekommt er einen nussigen, etwas weniger bitteren Geschmack.