Koriander

Andere Namen:
Arabische/Chinesische/Indische Petersilie, Cilantro (fälschlich), Wanzendill, Wanzenkümmel, Wanzenkraut

Geschichte:
Koriander stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird heute aber weltweit angebaut. Seine geschmacklichen und medizinischen Eigenschaften sind seit über 3.000 Jahren belegt, er wird bereits im Alten Testament erwähnt. In den Grabstätten der Pharaonen fand man Koriandersamen, und Hippokrates, der „Vater der Medizin“, setzte ihn als Medikament ein. Die Römer nahmen Koriander auf ihren Feldzügen zum Würzen von Brot mit und verbreiteten ihn so in Europa. Er war eine der ersten Gewürzpflanzen, die Amerika erreichten und wurde schon im 17. Jahrhundert in Massachusetts angebaut.

Botanik:
Koriander ist ein Doldenblütler, er wird bis zu einem halben Meter hoch, seine kleinen Blüten sind weiß oder schwach rosa. Geerntet werden nur die vollständig ausgereiften Früchte, weil unreife Früchte unangenehm riechen. Als Gewürz finden die getrockneten, gelblich-braunen Früchte und das frische Kraut Verwendung. Der Koriander, der in Mitteleuropa und Russland angebaut wird, hat kleinere Früchte und enthält mehr ätherisches Öl als die orientalische Art, von der sowohl die Früchte, als auch das frische Kraut genutzt werden.

Geschmack:
Koriandersamen schmecken mild-würzig, süßlich, nussig, leicht scharf-brennend, an Orangenschalen und Zimt erinnernd. Das Korianderkraut ist in Asien, Afrika und Lateinamerika sehr beliebt, in Europa wird es entweder gemocht oder gehasst. Koriandergrün schmeckt völlig anders als die Samen, frisch, würzig und mit leichten Zitrusnoten. Wer es nicht mag, erkennt darin aber auch einen seifigen oder wanzenartigen Geruch, woher das Kraut seinen Beinamen hat.

Koriander in der Küche:

  • als klassisches Brotgewürz, alleine oder mit Anis, Fenchel und Kümmel kombiniert
  • für Backwaren, Lebkuchen, Spekulatius
  • für Fleisch-, Geflügel-, Wildgerichte und Saucen
  • für Beizen und zum Marinieren und Einlegen von Fisch
  • für Linsen und andere Hülsenfrüchte
  • zu Karotten, Kohl, Kürbis und Roten Rüben
  • zum Einlegen von Gemüse und für Chutneys
  • für Gewürzmischungen wie Currypulver, Garam masala, in ägyptischem Dukka, das gemeinsam mit Olivenöl und Brot gegessen wird, in arabischem Baharat oder in Harissa)
  • in sehr vielen indischen Gerichten, meist geröstet und mit Kreuzkümmel kombiniert
  • in georgischen Gerichten, oft gemeinsam mit Dill und Estragon
  • für Liköre
  • frisches Korianderkraut für viele südostasiatische und lateinamerikanische Gerichte (z. B. Guacamole), meist am Ende der Garzeit, in Salaten und Saucen oder als Garnitur wie Petersilie in Europa

Koriandersamen schmecken besonders aromatisch, wenn sie vor der Verwendung trocken geröstet werden.