Ingwer

Andere Namen:
Gewürzwurzel, Immerwurzel, Imber, Ingber, Ingwerwurzel

Geschichte:
Ingwer wird seit mehr als 3.000 Jahren in Indien angebaut. Bereits um 500 v. Chr. wird Ingwer in den Schriften des Konfuzius erwähnt. Die Römer und Griechen lernten ihn durch arabische Händler kennen. Möglicherweise brachten die Römer Ingwer auf ihren Feldzügen nach Großbritannien. Weil er leicht befördert werden konnte, verbreitete er sich relativ rasch. Selbst im Koran findet er als „Ingwerquelle“ (die eine der Freuden des Paradieses sein soll) Erwähnung. Seit dem 9. Jahrhundert ist Ingwer im deutschen Sprachraum bekannt. Im 14. Jahrhundert war Ingwer nach Pfeffer das am zweithäufigsten verwendete Gewürz. Ingwer wurde und wird auch gegen See- bzw. Reisekrankheit eingesetzt. Die wichtigsten Anbauländer sind China und Indien, aber auch Indonesien, Vietnam, Australien, Jamaika und Westafrika.

Botanik:
Ingwer gehört zur Familie der Ingwergewächse und ist mit Galgant, aber auch mit Kurkuma und Kardamom verwandt. Ingwer ist eine knapp einen Meter hohe, mehrjährige Staude, die schilfähnlich aussieht und die wie Kurkuma durch Wurzelstockteilung vermehrt wird. Die Blätter sind lanzettförmig, die Blüten gelb-rosa. Horizontal in der Erde wachsen die Rhizome, die nach zehn Monaten geerntet werden können – meistens von Hand. Als Gewürz werden diese frischen oder an der Sonne getrockneten Wurzelstöcke (nicht Wurzeln) verwendet, ihr Fleisch ist gelb.

Geschmack:
Ingwer schmeckt je nach Herkunft beißend oder brennend scharf, aromatisch, würzig, wärmend und leicht bitter, er hat oft eine erfrischende Zitrusnote. Sein Gehalt an ätherischem Öl beträgt ein bis drei Prozent.

Ingwer in der Küche:

  • als universelles Gewürz für Aroma und Schärfe
  • frisch für südostasiatische Currys bzw. Currypasten, Suppen, Wokgerichte und Dipsaucen
  • gemeinsam mit Knoblauch und Zwiebeln als Basis für viele chinesische und indische Gerichte
  • für Kürbis-, Karottengerichte und Suppen
  • für Lebkuchen (Pfeffer-, Gewürz- und Honigkuchen), Kuchen und Kekse
  • kandiert als Süßigkeit und für Backwaren
  • süß-sauer eingelegt zu Sushi
  • getrocknet für Currypulver, als Bestandteil der französischen Quatre-épices, für Marinaden und Saucen
  • für Couscous und Tajines, oft als Bestandteil der marokkanischen Gewürzmischung Ras el-Hanout
  • zum Einlegen von Gemüse wie z. B. Kürbis oder Senfgurken und für Chutneys
  • in Obstsalaten, Kompotten und zum Würzen von Marmeladen
  • für Limonaden (z. B. Ginger Ale), Bier, Liköre und Tee