Chili

Andere Namen:
Cayennepfeffer, Chilipfeffer, Roter Pfeffer, Spanischer Pfeffer

Geschichte:
Chili stammt aus Mittel- und Südamerika, und wurde dort seit vielen Jahrtausenden in sehr vielen verschiedenen Sorten kultiviert. Christoph Kolumbus lernte Chilis auf seinen Reisen Ende des 15. Jahrhunderts kennen und brachte sie mit nach Spanien. Im 16. Jahrhundert verbreitete sich die Pflanze mit Hilfe der Spanier und Portugiesen über die ganze Welt, in Afrika und Asien mit großem, in Europa anfangs mit geringem Erfolg. Erst im zweiten Anlauf im 17. Jahrhundert wurde Chili durch die Türken nach Osteuropa gebracht und ab dann auch hier in nicht ganz so scharfen Varianten (siehe Paprika) kultiviert. Gemüsepaprika ohne Schärfe wurde erst viel später – Ende des 19. Jahrhunderts – aus den scharfen Capsicum-Sorten gezüchtet.

Botanik:
Die Chilipflanze ist ein ausdauernder Busch aus der Familie der Nachtschattengewächse, der bis zu 1,5 Meter hoch werden kann. Chili gedeiht in vielen Klimazonen, was zu seiner weltweiten Verbreitung beigetragen hat. Die Stängel der Pflanze sind holzig, die Blätter herzförmig. Aus den Blattachseln entwickeln sich jeweils 2 Chilischoten, die botanisch gesehen zu den Beerenfrüchten zählen. Es gibt über 2.000 Chilisorten weltweit, sie reifen von grün über gelb zu rot aus und werden frisch, getrocknet und gemahlen verwendet.

Geschmack:
Chilis riechen scharf, was sich in Form von tränenden Augen bzw. rinnender Nase bemerkbar machen kann. Die Früchte schmecken mild bis brennend scharf, sie können sogar an einer Pflanze unterschiedlich scharf ausfallen. Für die Schärfe ist das Alkaloid Capsaicin verantwortlich, der Schärfegrad wird in Scoville-Einheiten gemessen. Zu den schärfsten Sorten zählen einige Thai-Chilisorten, Cayenne, Tabasco und Habanero. Unter Cayennepfeffer werden gemahlene, sehr scharfe Chilischoten verstanden. Chili ist wesentlicher Bestandteil von Currypulver. Chilis sind aber nicht nur scharf, sondern können zusätzlich auch fruchtig, blumig, süß, nussig, erdig oder rauchig schmecken.

Chili in der Küche

  • für Chilipasten und –saucen wie z. B. Sambal, Tabasco, Harissa
  • für Gewürzmischungen, z. B. Currypulver
  • für lateinamerikanische Gerichte, vor allem mexikanische
  • für Chili con Carne und andere Gerichte mit Hülsenfrüchten
  • für Thai-Currys, indische Currys, Wokgerichte, Salate, Suppen, Fisch- und Fleischgerichte
  • für chinesische Gerichte, vor allem aus der Sichuan-Küche
  • für italienische Spaghetti mit Knoblauch, Öl und Peperoncini (Spaghetti aglio e olio) wird die im Vergleich zu asiatischen und amerikanischen Chilis weniger scharfe Sorte Peperoncino verwendet
  • für Öl, Essig und zum Einlegen von Gemüse
  • zum vorsichtigen Abrunden von Saucen, Suppen, Fisch- und Fleischgerichten
  • für Desserts und Schokolade

Die Scheidewände und die Haut der Chilifrüchte enthalten am meisten Capsaicin, werden sie ganz oder zum Teil entfernt, kann man damit den Schärfegrad beeinflussen. Chili sollte behutsam dosiert werden, weil die Schmerzempfindlichkeit (Schärfe ist keine Geschmacksrichtung) von Mensch zu Mensch stark variieren kann.