Anis

Andere Namen:
Brotsame, Runder Fenchel, Süßer Fenchel, Süßer Kümmel, Taubenanis

Geschichte:
Anis zählt zu den ältesten Gewürzen und stammt ursprünglich aus dem Mittleren Osten und von den östlichen Mittelmeerinseln. Er wurde bereits vor 3.500 Jahren in Ägypten verwendet. Im antiken Griechenland wurde Wein mit Anis und anderen Gewürzen aromatisiert. Angeblich soll Pythagoras von Samos den Geschmack von Anisbrot gelobt haben. Die Römer brachten den Samen in die Toskana. Schon im alten Rom wurde nach den Mahlzeiten gerne Anisgebäck gereicht. Im Mittelalter verbreitete sich der Anbau von Anis über ganz Europa. Damals aß man zur Verdauungsförderung kandierte Anissamen, die nach wie vor in Frankreich hergestellt werden. Die ersten Siedler nahmen Anis in die Neue Welt mit, die Shaker züchteten ihn dort für medizinische Zwecke. In Indien werden Anissamen auch heute noch für die Verdauung und zur Erfrischung des Atems nach dem Essen gekaut. Anis findet seit Jahrtausenden auch als Duftstoff Verwendung. Anis wird heute in Spanien und der Türkei, aber auch in anderen Nahost-Ländern und Indien angebaut.

Botanik:
Anis gehört zu den Doldenblütlern, er ist mit Fenchel, Dill und Kümmel verwandt. Den Namen bekam er durch die Verwechslung der Pflanze mit Dill, der auf Griechisch äneeson oder äneeton genannt wurde. Das einjährige Kraut wird ca. einen halben Meter hoch und blüht von Juli bis September weiß. Die Blüten selbst sind sehr klein, treten aber in großen Dolden auf. Als Gewürz werden die reifen, ovalen Spaltfrüchte, die sich aus den Blüten entwickeln, verwendet.

Geschmack:
Anis schmeckt intensiv süß-würzig, lakritzähnlich und leicht fruchtig, weshalb er bei Kindern beliebter als Fenchel oder Kümmel ist. Er enthält bis zu vier Prozent ätherisches Öl, der Hauptbestandteil davon ist Anethol. Anis schmeckt ähnlich wie Sternanis, obwohl die beiden nicht verwandt sind.

Anis in der Küche:

  • als Brotgewürz, alleine oder mit Kümmel, Fenchel und Koriander kombiniert
  • für Osterpinzen, dafür wird Anis zuvor in Weißwein eingeweicht
  • für Kuchen, Kekse wie z. B. Springerle, Lebkuchen, Waffeln
  • für warme und kalte Süßspeisen wie z. B. Milchreis und Aufläufe
  • für Kompotte aus frischem Obst oder aus Trockenfrüchten, z. B. Feigen
  • für Fisch und Meeresfrüchte, vor allem sanft gegarte
  • für Wurzelgemüse wie Karotten und Rote Rüben, für Karfiol und Kraut
  • zum Einlegen von pikant gewürztem Gemüse wie Gurken
  • gebraten für indische Linsengerichte
  • für Pasteten, Würste und Schweinefleischgerichte
  • in Spirituosen und Likören, wie z. B. Pastis, Ouzo, Raki, Anisette, Absinth oder Sambuca

Anis kann gut mitgegart oder –gebacken werden.