Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)

Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS)

Die Mikrosubstanzen des 21. Jahrhunderts! 
 
Sekundäre Pflanzenstoffe (SPS) kommen ausschließlich in Pflanzen vor und spielen für unsere Gesundheit eine überaus wichtige Rolle. SPS üben im Gegensatz zu den Hauptnährstoffen keine nährende, sondern eine schützende Funktion aus. Sie bewahren die Pflanzen vor UV-Strahlen, Schädlingen und Umwelteinflüssen. Weiters sind sie für die Farbgebung und das Aroma der Pflanzen verantwortlich. 

Nicht lebensnotwendig, aber für ein gesundes Leben notwendig! 
Wie bei den Vitaminen handelt es sich um bioaktive Mikrosubstanzen, die der Körper selbst nicht erzeugen kann. Einen Unterschied gibt es jedoch: Fehlen dem Körper Vitamine, von entstehen Mangelkrankheiten. Fehlen SPS über längere Zeit, so treten zwar keine klinischen Symptome auf, wir werden jedoch anfälliger für gewisse chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, wahrscheinlich auch für Krebs.

SPS stehen zurzeit im Rampenlicht der Ernährungsforschung und es wird vermutet, dass ein Drittel aller Krebserkrankungen auf einen Mangel an Obst und Gemüse zurückzuführen ist. Die Unterversorgung mit sekundären Pflanzenstoffen spielt dabei eine wichtige Rolle. Daher werden SPS auch als "Vitamine des 21. Jahrhunderts" gehandelt. Bekannt sind bislang rund 30.000 verschiedene Sekundäre Pflanzenstoffe, wovon sich ca. 10.000 in für den Menschen verwertbaren Nahrungsmitteln befinden (Obst, Gemüse, Getreide, Kräuter, Nüsse, Samen).

Wichtig: Obst & Gemüse möglichst mit der Schale essen, denn die Sekundären Pflanzenstoffe befinden sich wegen ihrer Schutzwirkung überwiegend in den Randschichten der Pflanze sowie in den äußeren Blättern. 

SPS-Ampel

Je bunter, desto besser 
Aufgrund der großen Anzahl und der unterschiedlichen Wirkungen der SPS reicht es nicht aus, einige wenige Lebensmittel zu essen. Erst die richtige Mischung wirkt. Aus heutiger Sicht empfehlen Ernährungsexperten täglich 200 Gramm gedünstetes Gemüse, 100 Gramm rohes Gemüse, 75 Gramm Salat und 2 Stück Obst. Dann ist man nicht nur ausreichend mit SPS versorgt, sondern auch mit Vitaminen und Nährstoffen. Welcher Stoff in welchen Früchten enthalten ist, kann man vereinfacht an den Farben ablesen.

Das einfachste Gesundheitsrezept lautet "Ampelrezept".
Täglich eine Mischung aus rotem, gelbem und grünem Gemüse und Obst!

Die SPS Ernährungs-Ampel
Ein einfacher Überblick für mehr Durchblick, wobei in allen Pflanzen immer mehrere SPS stecken:

Farbe

SPS (Beispiele)

Lieferanten (Beispiele)

Wirkung (Beispiele)

Rot/Orange

Carotinoide

Karotten, Erdbeeren, Tomaten, roter Paprika,Marillen, Kürbis, Mango

Sie wirken wie eine Frischzellen-Kur, sind vor allem antioxidativ, d.h. sie neutralisieren Freie Radikale (Oxidantien), die den Alterungsprozess der Zellen beschleunigen. Sie schützen vor UV-Strahlung, stimulieren das Immunsystem und senken auch das Cholesterin. Immer mit etwas hochwertigem Fett essen!

Blau/Violett

Polyphenole

Weizenvollkornprodukte, Heidelbeeren, Auberginen, blaue Weintrauben, Rotwein, Radieschen

Sind ein natürliches Antibiotikum gegen Entzündungen und Infektionen. Entlasten die Arterien und sollen Herzkrankheiten und Schlaganfällen vorbeugen. Sie verleihen den Pflanzen das Aroma, werden vom Körper schnell abgebaut und sollten darum täglich verzehrt werden.

Gelb

Flavonoide
(rund 5000)

Äpfel, Zitrusfrüchte, Mais, Ananas, Kartoffeln, Chichorée, gelbe Paprika, Pfirsiche, Birne, Bananen

Die Multitalente sollen vor Krebs schützen, wie ein Antibiotikum wirken, den Cholesterinspiegel im Gleichgewicht halten und damit das Herz schützen. Besonders viel steckt in der weißen Haut von Zitrusfrüchten – mitessen!

Grün

Saponine
(seifenähnliche Inhaltsstoffe)

Hülsenfrüchte, Artischocken, Brokkoli, Feigen, Stachelbeeren, Spinat, Mangold, Kohl, Kiwis, Haferflocken, Rosmarin, Salbei, Thymian

Sie stecken in fast allen Pflanzen, sollen vor zahlreichen Krebsarten schützen, antibakteriell sein und helfen, die Blutfettwerte zu verbessern. Saponine gehen ins Kochwasser – also mit verwenden.

Weiß-Grün

Sulfide

Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Lauch, Schnittlauch, Kresse, Senf

Sie schmecken zumeist scharf, wirken antibiotisch, schützen gegen Infektionen und Entzündungen, sind antiviral und antioxidativ.