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Mahlzeit! Magazin

Gehaltvoll, vielseitig, ausgeglichen, gesund und schmackhaft

Gesunde mediterrane Kost

Die mediterrane Küche gilt als qualitativ besonders hochwertig: gehaltvoll, vielseitig, ausgeglichen, gesund und schmackhaft. Doch wie gesund ist sie wirklich?

Eine Expertenrunde, bestehend aus Anti-Aging-Experte Markus Metka, Diabetes-Experte Raimund Weitgasser, Diätologin Maria Anna Benedikt, SPAR-Sortimentsmanager Tanja Wiesmann und Antonio Trezza, diskutiert mit Chefredakteurin Carmen Wieser Vor- und Nachteile:

Mediterrane Küche: Olivenöl und Fisch?
Carmen Wieser: Was versteht man unter mediterraner Küche?

Markus Metka: Genau genommen gibt es keine Mittelmeerküche. Bei diesem Begriff handelt es sich eigentlich um ein Schlagwort. Der Laie verbindet damit meist Olivenöl, Rotwein und Fisch. Wenn wir aber über die gesunde Mittelmeerkost sprechen wollen, dann dürfen wir nicht darüber diskutieren, was im Mittelmeerraum heute gegessen wird, sondern wir müssen über die traditionelle mediterrane Kost sprechen.

Die Vorteile
Metka: Vier Dinge machen die positive Wirkung dieser Ernährungsform aus: die ausgewogene und ausreichende Zufuhr von Eiweiß, kaltgepresste Engels-Öle, langsam verwertbare Kohlenhydrate und sekundäre Pflanzenstoffe, wie etwa das Lykopin in Tomaten. Hülsenfrüchte, vor allem Gerste und Kichererbsen, liefern Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate, im Olivenöl findet sich das entzündungshemmende Hydroxytyrosol und mit dem Gemüse werden dem Körper Kohlenhydrate, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zugeführt, wobei hier auch die großzügige Verwendung von Kräutern, Gewürzen und Nüssen eine wesentliche Rolle spielt.

Pasta al dente
Raimund Weitgasser: Nicht zu vergessen die Nudeln! Die Welt-Diabetes-Gesellschaft hat bestätigt, dass Nudeln einen niedrigen glykämischen Index haben, wenn sie al dente gekocht werden. Denn auch dann werden die Kohlenhydrate der Nudeln langsam aufgeschlüsselt. Das Problem bei Pasta sind meist die üppig-sahnigen Saucen, die ganz und gar nichts mehr mit der puren, traditionellen Mittelmeerküche zu tun haben.

Gesunde Öle, gesunder Wein
Tanja Wiesmann: Der Trend zu gesunden hochwertigen Ölen hat sich in den letzten Jahren durch diverse Informationsmaßnahmen stark entwickelt. Besonders das Olivenöl ist fixer Bestandteil jedes österreichischen Haushaltes geworden.

Maria Anna Benedikt: Auch das Glas Rotwein, mit seinem Anti-Aging-Vitamin Resveratrol, fehlt bei den Südländern selten. Wenn es täglich bei 1/8 Liter bei Frauen und 1/4 Liter bei Männern bleibt, so die Empfehlung der Österreichischen Ernährungsgesellschaft, dann kann das durchaus der Gesundheit zuträglich sein.

Qualität und Lebensstil
Ganz abgesehen von den Lebensmitteln, ist es nicht nur das Essen selbst, sondern auch der Lebensstil der Südländer, der sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Das Essensritual, meist lange und in Gesellschaft, spielt in diesen Ländern eine viel wichtigere Rolle.

Antonio Trezza: Ja genau! Mediterrane Küche muss man in einem weiteren Rahmen sehen. Auch Schlagworte wie Saisonalität und Regionalität spielen eine große Rolle, weil damit Qualität und Wissen verbunden ist. Viele Italiener haben ein präzises Wissen über Lebensmittel-Inhaltsstoffe und deren Verwendung – nehmen wir die Artischocke: Aus diesem Gemüse können fantastische Gerichte kreiert werden, hierzulande finden wir meist nur eine minderwertige Qualität auf der Pizza.

Wie gesund ist Fisch?
Metka: Darüber lässt sich streiten! Fisch ist und war immer schon rar und daher teuer. Im italienischen 800-Seelen-Ort Campodimele etwa, wo die meisten Hundertjährigen Europas leben, essen die Menschen gar keinen Fisch!

Benedikt: Zurzeit kommt der Fischkonsum auch wegen der Atomkatastrophe in Japan immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen.

Die Spitzenreiter
Wieser: Deswegen hat SPAR eine Kooperation mit dem WWF abgeschlossen – nachhaltiger und sicherer Fischfang ist SPAR ein besonderes Anliegen. Welche Fische sollte man aus gesundheitlicher Sicht bevorzugen?

Metka: Die Sardine, mit essenziellem Omega 3 und hochwertigem Eiweiß, ist sehr gesund. Sardinen haben wenig Schadstoffe, weil sie nicht lange leben. Auch heimische Fische sind nicht belastet! Wildlachs oder Alpenlachs haben besonders entzündungshemmende Eigenschaften durch das Omega 3.

Hält mediterrane Küche gesund?
Weitgasser: Generell ist zu sagen, dass mehrere medizinische Studien bei Bewohnern der Mittelmeerländer eine geringere Anzahl von Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht festgestellt haben. So beweist etwa eine brandneue Studie, dass man einem Diabetes durch mediterrane Ernährung gut vorbeugen kann.

Zeit für's gemeinsame Essen
Trezza: Für mich als Italiener spielt auch immer der soziale Moment eine wesentliche Rolle: Das gemeinsame Essen mit Familie oder Freunden, sich Zeit nehmen dafür, plaudern und lachen.

Wieser: Das ist ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für die Diskussion, deren Fazit lautet: Traditionelle unverfälschte mediterrane Kost und südländische Lebensweise – ja bitte!

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